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Mecklenburger Seen: Schleusenfahrt


Alles überhaupt kein Problem, wirklich nicht! Für mich war es das erste mal und deshalb natürlich ein bißchen aufregend.

Wir kamen von der Müritz über die teilweise etwas langweilig zu befahrende Müritz Havel Wasserstraße zu unserem ersten Schleusengang an der Schleuse Mirow mit einem Hub von 3,10m. Der Schleusenwärter war besonders hilfsbereit, als er hörte, daß es sich um unsere Schleusenpremiere handelte und wir wurden die 3 Meter tiefer gesetzt.

Bei der Schleuse Diemitz mit einem nun für uns lächerlichen Hub von nur 1,30m sorgte dann ein Schiff der Berufsschiffahrt dafür, daß auch wir zu unserem kleinen Abenteuer kamen:

Die Schleuse war voll, Segler, Motorboote und etliche Kanufahrer. Als letztes Boot wurde noch auf ein Schiff der Berufsschiffahrt gewartet. Das legte auch brav hinter uns an, hat wohl aber beim Versuch noch etwas zurück zu setzen, um den Kanufahrern etwas mehr Platz zu lassen, den Vorwärts- mit dem Rückwärtsgang verwechselt. Wie auch immer, es machte einen gewaltigen Satz auf unser doch viel kleineres Schiff . Christian (18) sprang noch todesmutig mit einem Fender dazwischen, aber die Heckleuchte war nicht mehr zu retten. Ansonsten ist bis auf eine kleine Schramme nichts passiert. Ein Schreck war es trotzdem, vor allem für die armen Kanufahrer, die schon dachten, daß sie jetzt gleich von einem 15m Stahlschiff versenkt werden würden.

Unter den Schleusenwärtern hat sich die Geschichte jedenfalls sofort herumgesprochen, der Berufskapitän tat uns fast leid, er brauchte sich um Spott nicht zu sorgen.

Beim Rückweg hätten dann wir beinahe noch einen Kanufahrer auf den Grund der Schleuse befördert. Die kamen uns nämlich zu dritt nebeneinander trotz roter Ampel in der Schleuse entgegen. Wir hatten grün und wollten gerade raus, konnten nicht ausweichen und jeder Skipper weis ja, daß mit einem Schiff keine Vollbremsungen möglich sind. Versenkt haben wir den Kanuten nicht, ein bißchen gerammt schon, wild hinterhergeflucht auch.

Trotzdem: Die Schleusen der Mecklenburger Seenplatte sind wirklich kein Problem, sondern jeher ein Erlebnis und ein zusätzlicher Spaß.

PS. Hier doch mal auch einen Dank an meine Familienmannschaft für ihre gute Arbeit an den Leinen.


Generell zu den Schleusen:

Für Sportboote ist das Schleusen kostenlos, geschleust wird normalerweise mindestens stündlich, Schleusenzeiten von 6:00 bis 20:00, Wochenende 7:00 bis 20:00.


Törnbericht: Segeln wie vor 50 Jahren

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